Einziges Deutschlandkonzert | Deerhoof

27. April 2010 | Von Jürgen Linsenmaier - 365TAGE-RemsMurr | Kategorie: informatives

deerhoof2.jpgKann eine Band, die Simpsons-Erfinder Matt Groening, Radiolegende John Peel und Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau Karen O zu ihren treuesten Fans zählt, langweilig sein? Eine eher rhetorische Frage bei so geschmackssicheren Verehrern. Woher die Begeisterung rührt, erklärt sich beim Einlegen eines Longplayers sofort: Deerhoof fahren ihre ganz eigene Schiene zwischen psychedelischem Sixtiesrock und infantilem Experimentalnoise.

Die Endhaltestelle ist dabei immer dieselbe und heißt ‘Hakenschlagender Indiepop’. Wer bis jetzt geglaubt hat, niemals eine Deerhoof-Platte hören zu müssen, die mit einem AC/DC-Riff losgeht, hat wahrscheinlich überhaupt noch nie eine Deerhoof-Platte gehört.

Die transpazifische Bündnisband jedenfalls hakt nun auch diesen Punkt auf ihrer Bucket List der Indierock-Gemeinheiten ab: “The tears and music of love” kratzt sich an der E-Gitarre in das mehr oder weniger zehnte Album von Deerhoof hinein und lässt in der Folgezeit erstaunlich viele Steine aufeinander liegen. Satomi Matsuzaki singsäuselt sich wieder durch Englisch (sehr wahrscheinlich) und Japanisch (vermutlich) und ignoriert alle Karrieretüren, die ihr als Kinderliedautorin offenstünden.

Die Melodien sind trotzdem aus Knetmasse oder irgendwas anderem sehr Biegsamen. Und das Schlagzeug bolzt sich mit unbestechlicher Shellac-Trockenheit durch Songs, die zur Not auch mal vom Breitensport handeln.

www.myspace.com/deerhoof
 
Eintritt: 13.- Euro Vvk plus Gebühr
             16.- Euro Abendkasse
             13.- Euro Mitglieder

Sonntag, 2.5.2010, 21.00 Uhr

Manufaktur Schorndorf

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