Winnenden: Trauertag am Samstag, den 21. März 2009
18. März 2009 | Von Jürgen Linsenmaier - 365TAGE-RemsMurr | Kategorie: informativesIm Mittelpunkt stehen die Betroffenen“
Lageplan der Veranstaltungsorte als pdf
Die baden-württembergische Landesregierung und die Stadt Winnenden setzen für die Trauerfeier am Samstag, 11 Uhr, auf ein dezentrales Konzept. Gottesdienst und Staatsakt werden in zahlreiche Hallen, Kirchen und auf Freiflächen in der Stadt und der Umgebung übertragen. Winnenden und seine Nachbargemeinden bieten Kapazitäten für etwa 30.000 Besucher.
Die Stadt Winnenden , die betroffenen Gemeinden, das Land Baden-Württemberg und die beteiligten Einsatzkräfte planen im engen Schulterschluss die Trauerfeiern zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs am Samstag in Winnenden. Die Organisatoren setzen auf ein dezentrales Konzept, um den Trauernden die Möglichkeit zu geben, die TV-Übertragung des Gottesdienstes in Gemeinschaft zu erleben. „Wir nutzen alle Kapazitäten, um für die Menschen, die uns ihr Mitgefühl ausdrücken wollen, gute Gastgeber zu sein“, erklärt Oberbürgermeister Bernhard Fritz.
Da die St. Karl Borromäus Kirche – Ort des zentralen Gottesdienstes und des Staatsaktes mit Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Günther Oettinger –nur begrenzte Kapazitäten hat, bittet Hubert Wicker, Staatssekretär im Staatsministerium Baden-Württemberg, um Verständnis: „Im Mittelpunkt der Trauerfeier stehen die betroffenen Menschen, die Trauerfamilien, die Schulgemeinschaft und die Vielzahl der Helferinnen und Helfer.“ Das Ministerium koordiniert die Veranstaltung. Teilnehmen werden etwa 250 unmittelbare Angehörige der Verstorbenen und die Klassenstufen 9 und 10 der Albertville-Realschule sowie deren Eltern. Diese werden sich im von den Bischöfen Dr. Frank Ottfried July und Dr. Gebhard Fürst gehaltenen Gottesdienst symbolisch von den Opfern des Amoklaufs verabschieden. Die Schule gestaltet daneben noch weitere Beiträge. Der Staatsakt mit Reden von Bundespräsident Köhler und Ministerpräsident Oettinger folgt im Anschluss an den Gottesdienst ebenfalls in der Kirche. Die musikalische Begleitung übernimmt das Bach-Collegium Stuttgart und die Gächinger Kantorei unter Leitung von Professor Helmuth Rilling.
Alle Mitglieder der Landesregierung werden laut Staatssekretär Wicker am Samstag an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen – vor Ort in der St. Borromäus Kirche wie auch an den dezentralen Feiern in Winnenden, Wendlingen und den weiteren betroffenen Orten. Der Gemeinderat der Stadt Winnenden wird in Winnenden ähnlich verfahren.
Neben dem Trauergottesdienst in der St. Karl Borromäus-Kirche wird es u.a. eine Großkundgebung im Herbert-Winter-Stadion und auf den anliegenden Sportfeldern geben. Dorthin – in direkter Nachbarschaft zum Tatort - werden die Gäste aus der Umgebung geleitet. Vor den Videoleinwänden finden bis zu 20.000 Menschen Platz. Kirchenvertreter werden an allen Übertragungsorten vor Beginn der TV-Übertragung in die Veranstaltung einführen. Die Liedtexte des Gottesdienstes werden verteilt.
Die Schüler, Eltern und Lehrer der Albertville-Realschüler kommen in der geschützten Umgebung der Hermann-Schwab-Halle zusammen. Schüler, Lehrer und Eltern des Bildungszentrums II, zu dem auch die Albertville-Realschule gehört, treffen sich in der Stadionsporthalle, für die entsprechenden Gruppen des Bildungszentrums I steht die Stöckachsporthalle bereit. Winnenden und die Kommunen der Umgebung übertragen die Trauerfeier in weitere Hallen (siehe beigefügte Karte und Liste). Auch zahlreiche Kirchen der Region nutzen Leinwände.
Oberbürgermeister Bernhard Fritz dankte den zahlreichen Menschen, die für die Opfer des Amoklaufes gespendet haben. Auf dem Konto der Stadt sind bisher 30.000 Euro eingegangen. Eine Firmen-Spende über 25.000 Euro ist angekündigt. „Der Gemeinderat wird sorgfältig beraten wie das Geld zweckgebunden eingesetzt wird“, versicherte Fritz. Er dankte auch den vielen Menschen, die aus der ganzen Welt ihr Mitgefühl ausdrücken. Besonders bewegt hat Fritz eine Mail des Bürgermeisters von Littleton, wo zwei Schüler 1999 ein Massaker an der Columbine High School anrichteten. „Solche Meldungen tun uns gut.“


