Streuobstwiesen: Mehr Vitamine durchs Bücken
7. Oktober 2008 | Von Jürgen Linsenmaier - 365TAGE-RemsMurr | Kategorie: informatives
Das Bücken der Obstanbauer lohnt wieder. 2,50 Euro pro 100 Kilo Mobstobst gibt es jetzt fürs Obst aus Streuobswiesen mehr an Geld.
Aber zum Anfang. Streuobstwiesen prägen unsere Landschaft und sind Wohnraum zahlreicher Vogel- und Insektenarten. Sie sind unverzichtbarer und erhaltenswerter Bestandteil unserer Heimat. Kommunen, Gartenbauvereine und Umweltverbände bemühen sich seit vielen Jahren um den Erhalt des heimischen Streuobstbaus.
Meist ist die fehlende Wirtschaftlichkeit der Grund dafür, dass sie das Interesse am Besitz von Streuobstwiesen und damit an besseren Äpfeln verloren haben. Für 100 Kilo Mostobst wurden die letzten Jahre durchschnittlich nur zwischen sieben und acht Euro ausbezahlt.
Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus, in Unterscheidung zum Niederstamm-Obstbau in Plantagen. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Streuobstwiesen sind meist charakterisiert durch eine Bewirtschaftung ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel. Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.
Damit ist das bewirtschaften der Streuobstwiese wesentlich aufwendiger und in der Folge weniger wirtschaftlich lukrativ. Genau diesem Argument wird konsequent gegengesteuert.
Durch eine Initiative der Obstbauberatung entstand das Aufpreismodell für den Rems-Murr-Apfelsaft. Jeder Stücklesbesitzer, der sich vertraglich verpflichtet für diesen Saft ausschließlich ungespritzte, gesunde und ausgereifte Äpfel anzuliefern, erhält vom Obstverwerter einen Aufpreis von 2,50 Euro pro 100 Kilo Mostobst. Im Gegenzug verpflichtet er sich, seine Grundstücke zu pflegen und abgängige Bäume durch junge zu ersetzen. Alle so gekelterten Rems-Murr-Säfte erfreuen sich wachsender Beliebtheit und tragen dazu bei, dass die Streuobstwiese wirtschaftlicher wird.
Die Bittenfelder Fruchtsäfte waren bereits vor sieben Jahren bereit einen Kooperationsvertrag mit dem Landratsamt zu schliessen. Die Safterei Bernd Luckert ist seit zwei Jahren bei der Herstellung des Rems-Murr-Apfelsaftes dabei.
Der Saft trägt dann, neben vielen anderen Produkten der Rems-Murr-Landwirte, das eingetragene Markenzeichen „Natur von Hier“.
Fakten
offzielle homepage der Bittenfelder Fruchtsäfte
offzielle homepage der Safterei Bernd Luckert
Sortiment und teilweise die Bezugsadressen der Fruchtsäfte
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