Braucht die Region so viel Wellness – Schorndorf/Winnenden

31. März 2008 | Von Jürgen Linsenmaier - 365TAGE-RemsMurr | Kategorie: kommentiertes

Braucht die Region130/5Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, wo jede noch so kleine Gemeinde ihr eigenes Hallenbad brauchte. Das mag damals Prestigesucht gewesen sein oder die Unfähigkeit wirtschaftlich zu denken.

Das böse Erwachen kam dann meist später. Dann, als der Gemeinderat doch anhand von Zahlen feststellen musste, dass die Konkurrenz gross ist, die Benutzer Braucht die Region130/4der Bäder weniger wurden und die Kosten deutlich anstiegen. Zu dem Zeitpunkt hätte sich die ein oder andere Gemeinde wieder einen “bäderfreien” Ort gewünscht oder das Hallenbad doch lieber bei der Nachbargemeinde stehen sehen. Nun, man vergisst schnell.

Jetzt eröffnet nach dem Wunnebad in Winnenden (Eröffnung 1991), dem Montemaris in Adelberg (Eröffnung des Umbaus Juli 2006) das Oskar Frech SeeBad in Schorndorf (Eröffnung März 2008) und damit das dritte grosse Hallen- und Freibad im Umkreis von 25km.

Braucht eine Region auf kleinstem Raum so viel Erholung und Wellness? Sicher, der erste Eindruck des neuen Oskar Frech SeeBades in Schorndorf ist das tolle Ambiente und eine grosszügig und modern gebaute Anlage. Idee und Umsetzung also perfekt.

Überall rundherum hört und liest man, dass ein Besuch mit der Familien lohnt. Die Frage allerdings ist meiner Meinung nach: Wie lange geht das gut?

Gehen die Kunden da wirklich regelmässig hin? Hält sich das auf einem wirtschaftlich notwendigem Niveau um so eine Anlage zum “rechnen” bringt? Sollten Gemeinden nicht versuchen mit solchen Anlagen Gelder für die Stadtkasse zu generieren?

 

Die Kosten jedenfalls für den Bau und vorallem für den laufenden Unterhalt sind enorm. Die müssen erstmal verdient werden und zwar ohne die Stadtkasse zu belasten. Eigenartigerweise werden allerdings solche Unternehmungen doch meist mit der Beteiligung der Stadt gebaut und sind kein privates Investment.

Diese Investments müssten eine Rendite erwirtschaften. Und da sich so eine Investor nicht finden lässt sind die Betreiber dann plötzlich die jeweiligen Städte bzw. Betreibergesellschaften die der Stadt gehören. Direkt oder indirekt werden die Verluste dann bekannterweise durch den Steuerzahler ausgeglichen.

Dass der Schorndorfer Bürgermeister Matthias Klopfer im neuen Hallenbad eine “Steigerung der Lebensqualität” sieht ist verständlich und nachvollziehbar. Da lässt sich ja erstmal nichts gegen einzuwenden. Auch wurden mit den gleichen Argumenten bereits vor Jahren benutzt. Was ist geblieben? Verluste die durch Steuern beglichen werden mussten.

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6 Kommentare
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  1. Und in Fellbach kommt 2010 auch noch ein neues Erlebnisbad dazu. Jedoch werden dafür die bestehenden Bäder – das Freibad und Hallenbad aufgelöst. Das Konzept von Fellbach ist dabei recht geschickt und sollte den Haushalt nicht unbedingt enorm mehr belasten. Dafür haben sie sich einen Erbauer und künftigen Badbetreibers, die Firma Interspa, gesucht, die bereits einige solche Bäder erfolgreich in Deutschland betreiben.

  2. Hallo Frau Laichinger,

    ok, danke für die Info. Hier die Seite http://www.interspa-gruppe.de

    Ich versuche mal eine Anfrage zu starten
    Gibt es bereits Infos der Stadt Fellbach aus dem Rathaus?

    Grüsse

  3. [...] Sagt mal. Was ist dass denn nun? Muss ich die Verluste die das Oskar Frech SeeBad zukünftig vermutlich erwirtschaftet, jetzt auch noch über eine [...]

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