Eine Meinung zu China – Stuttgart

17. März 2008 | Von Jürgen Linsenmaier - 365TAGE-RemsMurr | Kategorie: kommentiertes

Oder “wenn das Blut an den Händen einer Macht wie China nicht mehr für einen Boykott ausreicht”.

Blut und Spiele in China150Nun, was hat das mit der Region Rems-Murr zu tun? Erstens betrifft es uns alle und zweitens hat mich der Kommentar der Stuttgarter Zeitung vom 17.3.2008 zum Thema wirklich schockiert (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich die Kommentare der Stuttgarter Zeitung normalerweise wirklich schätze).

“Ein Boykott nützt keinem”
(Stuttgarter Zeitung vom 17.3.2008/Headline)

Wie bitte? Hätte man sich mal die Frage stellen können: Wem nützt den ein Boykott? Lieber Schreiberling, eventuell den Menschen in Tibet? Kann das sein?

“Niemand musste aber damit rechnen, dass dieses Regime so dumm und brutal handelt” (Stuttgarter Zeitung vom 17.3.2008)

Wie bitte? Was wurde den in der Geschichte Chinas so alles an Blut vergossen. Nicht zu vergessen, die blutig niedergeschlagene Demonstration von Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens (!). Von Doping, der dumme Teil des Ganzen, will ich hier mal gar nicht reden.

“Wer hat eigentlich die USA nach ihrem folgenschweren Einmarsch in den Irak boykottiert?” (Stuttgarter Zeitung vom 17.3.2008)

Wie bitte? Dort wurde eine Diktator entmachtet. Ein Menschenverächter, der seines Gleichen auf dieser Welt sucht. Man sollte und kann so etwas, trotz aller Fehler und Eigeninteressen der USA, nicht vergleichen.

“Bestenfalls könnte der Westen mit einer ernsthaften Androhung eines Boykotts die chinesische Führung dazu bringen, Frieden in Tibet zu halten und womöglich sogar mit dem Dalai Lama zu sprechen.” (Stuttgarter Zeitung vom 17.3.2008)

Wie bitte? Die klassische “Wir verurteilen das Vorgehen” Masche. Um Druck auszuüben? Gegen China?

Und noch eine Meinung eines Entscheidungsträgers:

Ein Boykott hilft weder den Menschen in Tibet noch hilft er den Menschenrechtsaktivisten in China. Im Gegenteil – er führt zu weiterer Abschottung, zu einer weiteren Eskalation des Konfliktes und treibt China zurück in eine Isolation, die ganz sicherlich den Menschen dort nicht nützt. (Michael Vesper – Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Warum sind plötzlich alle Entscheidungsträger oder Meinungsmultiplikatoren gegen einen Boykott? Ganz einfach: Es geht in erster Linie um Geld, nicht wirklich um Politik, Sportler oder schöne Spiele. Mir kommen die Tränen über solche ausgesprochenen und gedruckten Meinungen. Wegschauen ohne eine einzige Konsequenz ist eine Beleidigung für die Opfer.

Die Frage ist doch, warum sollten wir die Spiele nicht boykottieren. Wegen den Sportlern, wegen den Sponsorengeldern, den verkauften Übertragungsrechten oder wegen der Freude am Spiel die nicht mehr aufkommen wird? Leute, da sterben Menschen. Dageben muss man alles tun was möglich ist. Und ein Boykott ist möglich.

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Ein Kommentar
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  1. Hallo!

    Auf der Webseite der Netzeitung ist gerade auch ein interessanter Kommentar zum Thema Olympia Boykott. Kann ich jedem nur empfehlen.

    beste Grüße,

    Niko

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